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Aus dem Leben eines Partei-Geschäftsführers

19.02.2014 Feri Thierry

Ein wilder Ritt. Nicht anders lässt sich die erste Zeit als Geschäftsführer einer neuen Partei beschreiben. Nach einem für viele letzten Endes doch überraschenden Wahlerfolg und Einzug ins Parlament, standen wir vor einer Unmenge von Fragen und Herausforderungen. Die Dienstverträge liefen alle am Tag nach der Wahl aus, die Miete war befristet, das Budget bis zum Wahltag geplant. Für danach gab es keinen Plan.

Also war nicht viel Zeit für Wahlfeiern, sondern Aufbauarbeit angesagt. Eine neue Partei auf die grüne Wiese zu stellen, ist Herausforderung und Chance zugleich. Es gibt keinen definierten Arbeitsprozess, keine festgelegte Aufgabenverteilung, keine eingespielten Abläufe. Jeder Handgriff ist ein neuer Prozess. Die Aufgabe liegt darin, jeden dieser Handgriffe auch gleich mit der Entwicklung eines Prozessstandards zu verbinden. Je standardisierter, desto effizienter. Vor allem muss aber viel Platz bleiben für Dynamik, für Kreativität, für Neues. 

Das führt dazu, dass die Bestellung bloß eines Zeitungs-Abos etwa 30 Entscheidungen und andere Aktivitäten notwendig macht, um die Voraussetzungen für die Bestellung zu erfüllen. Denn eine Bestellung erfordert eine klare Kompetenzverteilung, ein Budget, entsprechende Beschlüsse der zuständigen Gremien, die Klärung der Zuständigkeiten der Gremien, die Abklärung rechtlicher Grundlagen für die Parteien und vieles mehr. In ein paar Monaten werde ich darüber schmunzeln, derzeit bedeutet es Berge von Arbeit.

Der Mitgliederkonvent am 25. Jänner hat nicht nur die Fusion von NEOS und LIF gebracht, sondern mit dem Beschluss einer neuen Satzung, einer Geschäftsordnung und einer Finanzordnung die essenziellen Rahmenbedingungen, die unsere täglich Arbeit nicht nur klären, sondern auch wesentlich vereinfachen. Am 15. Februar folgten Beschluss des EU-Wahl-Programms und Fixierung unserer Kandidat_innen-Liste, die Verabschiedung einer Charta und die vervollständigte Wahl des Erweiterten Vorstandes.
Wir fahren derzeit mit Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn – und sind dabei, das Auto zu bauen. Das ist anstrengend und gleichzeitig begeisternd. Und schon jetzt muss ich sagen: Dass wir es innerhalb so weniger Wochen geschafft haben, all diese Dinge auf die Reise zu bringen, war eine Leistung, auf die wir durchaus stolz sein können.