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Der Nächtigungszuwachs im Tourismus ist eine Augenauswischerei – vor allem im Bezirk Mattersburg

13.08.2014 Elena Eiböck


BURGENLAND. „Die eigentliche Marketingagentur des Landes ist nicht der Burgenland Tourismus, sondern die Krankenkassen„, fasst NEOS-Landessprecher Christian Schreiter die aktuelle Situation zusammen.

„Ein freudiges Lächeln wird einem im ersten Moment entlockt, wenn man die Zuwächse im Tourismus im Bezirk Mattersburg statistisch betrachtet“, meint Johanna Wagner, Regionalkoordinatorin von NEOS im Bezirk Mattersburg. „Doch bei genauem Hinsehen wird klar: die Nächtigungsbilanz wird durch Nächtigungen der Kurgäste in Bad Sauerbrunn aufgepeppt.“

Betrachtet man den Bezirk Mattersburg ohne Bad Sauerbrunn, so stellt man fest, dass es im ersten Halbjahr 2014 im Bezirk weniger Nächtigungen gab, als im Vergleichszeitraum 2013.“ Das ist einerseits kein Wunder, denn wo sollten die Gäste ohne vielfältigem Angebot im Bezirk auch großartig nächtigen. Andererseits offenbart die Tatsache, dass fast 60.000 der ohnehin nicht berauschend vielen rund 78.000 Nächtigungen quasi durch Werbemaßnahmen der Krankenkassen, statt durch touristische Angebote und Bemühungen von Burgenland Tourismus zustande kamen, erheblichen touristischen Aufholbedarf. Im Bezirk Mattersburg, aber auch burgenlandweit“, gibt NEOS-Landessprecher Christian Schreiter zu bedenken.

Therme, Wellness, Kur, Reha und Medical Treatment seien laut NEOS zwar durchaus begrüßenswerte Nächtigungsbringer, hätten aber großteils mit klassischem Tourismus wenig zu tun. Vielmehr müssten die vielfältigen kulturellen Angebote des Burgenlandes in den Vordergrund gestellt werden (beispielsweise kommen alleine wegen der Festspiele in St. Margarethen jährlich rund 150.000 Menschen ins Burgenland) und endlich ein gesamtburgenländisches Tourismus-Konzept entwickelt werden.

„Dass ausgerechnet Kurgäste, die im Wesentlichen nicht vom Burgenland Tourismus angesprochen werden, immer wieder der Auslöser für Freude bei den zuständigen Politikern (LH Niessl und LR Resetar) sind zeigt, wie schlecht der Burgenland Tourismus funktioniert. Denn wärend die Fußballnationalmannschaft samt FC Köln mit nicht bekannten, aber sicherlich sehr hohen Summen gesponsert werden, übernehmen die Krankenkassen die Verantwortung für Nächtigungszuwächse.“, kritisiert Schreiter. Für ihn gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder der Burgenland Tourismus erarbeitet gemeinsam mit der Tourismusbranche und den Bürger_innen burgenlandweit ein transparentes Konzept, was Tourismus im Burgenland leisten soll und welche Zielgruppen mit welchen Angeboten ins Land geholt werden sollen – oder das Land kümmert sich gar nicht um den Tourismus sondern überlässt das den Experten der heimischen Tourismusbranche. „Es ist ohnehin fraglich, warum das Land in Form des Burgenland Tourismus als Marketingagentur auftritt“, meint sich Landessprecher Schreiter.

Regionalkoordinatorin Johanna Wagner gibt zusätzlich zu bedenken, dass das Land Burgenland offenbar immmer wieder eigene Befindlichkeiten vor den Gewinn des Landes stellt und führt als Beispiel die Burg Forchtenstein an. „Alle Gremien, von den Banken bis zur WIBAG, stimmten dem Vorhaben der Esterhazy Betriebe wohlwollend zu, einen Gastronomiebetrieb auf der Burg Forchtenstein zu errichten. Rund EUR 400.000,- wäre der Kostenvoranschlag gewesen, ungefähr 350.000 Euro wären von der EU gefördert worden. Der Rest hätte vom Land kommen sollen. Die Zuständigen im Land Burgenland verneinten jedoch die zuvor zugesagte Summe ohne Angabe von Gründen, womit auch der Rest der Fördersumme verfiel. So hat man eine gute touristische Chance, die viel mehr wert gewesen wäre, als die zugesagten 80.000 Euro, wegen rein politischer Machtspielchen vertan.“

Rückfragehinweis: Johanna Wagner, 0676-5319734 / Christian Schreiter, 0699/10726026

  • mike

    ich glaub auch nur der statistik die ich selbst erstelle, siehe st. martins therme