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Die Geheimniskrämerei des Burgenland Tourismus ist unerträglich

Wenn Tourismusmarketing schon gesetzlich geregelt werden muss, dann bitte transparent!

„Es stellt sich beim Tourismusgesetz letztlich ohnehin die Frage, wozu das Land überhaupt touristische Marketingagenden übernehmen muss. Ich glaube nicht, dass der Tourismus schlechter laufen würde, würden sich die Tourismusbetriebe des Landes zu einem eigenverantwortlichen Verein zusammenschließen – ganz ohne Landesgesetz. Wenn sich die Politik aber schon als oberste Marketingbehörde darstellen muss, dann sollte auch transparent am Tisch liegen, was mit den Geldern passiert“, wettert NEOS-Landessprecher Christian Schreiter über das Tourismusgesetz und Burgenland Tourismus.

Was ihn dabei besonders in Rage bringt, ist die Tatsache, dass alle Unternehmer_innen des Burgenlandes einen Tourismusförderungsbeitrag entrichten müssen, dafür aber de facto keine Gegenleistung erfahren. Dies beginnt bei ganz konkreten Dingen wie regionalem Einkauf (z.B. werden alle wesentlichen Drucksorten des Burgenland Tourismus, ohne Angebotsanfrage an burgenländische Agenturen, von Unternehmen ausserhalb des Burgenlandes gestaltet und gedruckt) und endet bei der Rechenschaft darüber, was mit dem eingezahlten Geld passiert. Besonders ärgert Schreiter dabei die Tatsache, dass unbekannt ist, mit welchen Beträgen das Fußballnationalteam sowie Peter Stöger durch den Burgenland Tourismus gesponsert werden, und wie die Kontrolle eines etwaigen Erfolges dieses Sponsorings erfolgt. 

„Laut Tourismuslandesrätin Resetar wissen nur LH Nießl und der Präsident des ÖFB, wie der Sponsoringvertrag aussieht. Dies ist nicht nur ein Armutszeugnis für Resetar, sondern auch eine Bankrotterklärung moderner, transparenter Demokratie“, meint Schreiter und ruft zu Aktionismus auf. „Jährlich muss der Unternehmensumsatz an den Burgenland Tourismus auf gesetzlicher Basis übermittelt werden, damit dieser die Höhe des Tourismusförderungsbeitrages berechnen kann. Man ist also dem Burgenland Tourismus gegenüber voll transparent. Ich habe diesmal noch nicht den Umsatz übermittelt, sondern die Bitte, mir doch die Höhe des ÖFB-Sponsorings zu nennen. Erst dann bin ich bereit, auch zu zahlen. Quid pro quo!“

Schreiter ist davon überzeugt: nur wenn der öffentliche Druck groß genug ist, wird sich etwas ändern. Daher ruft er die Unternehmer_innen des Landes auf, ähnliche Anfragen an den Burgenland Tourismus zu richten und ihren Unmut direkt kund zu tun. Laut Schreiter reiche es nicht, immer nur ein bissl brav zu sein, um im Burgenland etwas zu verändern. Ziviler Ungehorsam – zumindest aber Druck – sei unabdingbar.

„Es ist eigentlich traurig, dass man in einer modernen Demokratie detektivischen Spürsinn braucht, um herauszufinden, was mit dem Geld der Bürger_innen konkret passiert. Das wollen NEOS und ich ändern.“, so Schreiter abschließend.