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Sturm aufs Gymnasium, oder wie Eltern, Schüler und Lehrer im Stich gelassen werden

20.05.2015 NEOS Team

In den letzten Jahren werden die Missstände im Bildungsbereich immer deutlicher. Immer häufiger werden engagierte Eltern mit dem Ziel, den Zöglingen eine bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen, vor scheinbar unüberwindbare Hindernisse gestellt. Lange haben  die Eltern mit ihren Kindern gebüffelt und gekämpft, haben weder zeitliche noch finanzielle Aufwendungen  gescheut, um Ihrem Kind zu einem Abschlusszeugnis zu verhelfen, das es berechtigen soll eine AHS zu besuchen. Ungeachtet all der Anstrengungen sehen sie sich dennoch immer öfter mit  Absagen seitens höherer Schulen konfrontiert, und  dies oft trotz eines guten oder sogar ausgezeichneten Erfolgs des Kindes.

Wir können die Empörung dieser Eltern und Kinder nachempfinden, zumal  eine Absage meist eine unbeabsichtigte und unerwünschte Änderung sämtlicher Pläne für die zukünftige Ausbildung der Sprösslinge bedeutet. Währenddessen wird seitens des Büros des Landeschulrats beschwichtigt, dass das Aufnahmeverfahren noch nicht abgeschlossen sei, und es erfahrungsgemäß immer wieder vorkomme, dass Schüler verzichten und andere auf der Warteliste nachrücken. Seit Jahren verunsichert die Politik alle Betroffenen anstatt die Probleme effektiv anzugehen und zu lösen.

Beschreibung der aktuellen Problematik:

  • Ganz offensichtlich wird eine Neue Mittelschule als „schlechter“ empfunden, als ein Gymnasium.
  • Alle Beteiligten werden unnötig einer massiven Stresssituation ausgesetzt.
  • Ein Kind und dessen Potential wird auf die Größe des Zeugnispapiers und die darauf abgedruckten Ziffern reduziert.
  • Mit 10 Jahren fällt eine Entscheidung, die den restlichen Lebensweg (mit-)prägt.
  • Eltern wie Lehrer sind sich weitgehend einig, dass die NMS lediglich eine Hauptschule mit neuer Beschriftung darstellt.
  • Freie Schulen mit besonders engagierten Eltern/Lehrern können auf Grund gesetzlicher Benachteiligungen nicht mithalten.

Jeder Vater und jede Mutter will für sein/ihr Kind die bestmögliche (Aus-) Bildung. Für viele geht dabei kein Weg an den AHS vorbei;  wenig verwunderlich, da das von der Politik gepriesene Modell der NMS heftig kritisiert wird. Das Produkt NMS wird, in der aktuellen Form, den Bedürfnissen der Eltern und Kinder offensichtlich nicht gerecht.

Doch warum machen wir es uns nicht einfacher?

  • Durch eine selbstbestimmte Ausgestaltung von Schwerpunkten in den jeweiligen Schulen könnten diese auf die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern und deren Eltern eingehen.
  • In einer schlechten Schule muss sich die Schulleitung und Lehrerschaft der Kritik stellen und Maßnahmen setzen.
  • Schulen müssen Kinder überzeugen, wieso sie bei Ihnen die bestmögliche (Aus-) Bildung bekommen.
  • AbsolventInnen von freien Schulen werden nicht automatisch heruntergestuft und können mit denselben Bedingungen wie alle anderen in den weiteren (Aus-) Bildungsweg starten
  • Der Notendruck wird von Schüler_innen und Eltern genommen.
  • Langfristig entscheiden Eltern und Kinder selbst, welche Schulform sich wie etablieren kann.

Autor_innen: Themengruppe Bildung Tirol (bildung-tirol@neos.eu)

  • Kat Se

    zu Recht wird die NMS als qualitativ schlechter empfunden, wenn die qualitative Auswertung ein solches Ergebnis gebracht hat, und sogar ggü. den Hauptschulen schlechter abgeschnitten hat!